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Unternehmen Technologie Homologation

Homologation

Škoda Transportation hat bisher ungefähr eine Milliarde Tschechische Kronen in die Entwicklung der schnellsten und effizientesten Lokomotive des Landes, der Emil Zátopek Lokomotive, investiert. Die Tatsache, dass die Lokomotive ungefähr dreißig Kilometer an Kabeln beinhaltet und mehr als zehntausend elektrische Verbindungen aufweist, zeugt von der Produktionskomplexität dieser neuen Maschine. Bei der Herstellung verwendete Škoda Transportation die neuesten Materialien - z. B. Fasermischungen, wie sie in Formel 1 Rennwagen eingesetzt werden, welche die Fahreigenschaften des Fahrzeuges erheblich verbessern und die Belastung der Strecke deutlich verringern.

professionelle Arbeit an einem der Produkte Skoda PlzenAm Homologationsprozess der Emil Zátopek Lokomotive waren unzählige Menschen in verschiedenen Ländern beteiligt, davon allein hunderte Experten von Škoda Transportation an  der Produktion und Entwicklung des Fahrzeuges. Zahlreiche weitere Arbeiter produzieren die benötigten Komponenten der Lokomotive. In den Testlaboren arbeiteten unzählige Experten an Typentests, weitere Fachkräfte sind in den europäischen Genehmigungsprozessen für die Karosserie, und in die nationalen Bewilligungen der jeweiligen Eisenbahnbehörden eingebunden. 

Die Lokomotive Emil Zátopek (Die Tschechische Eisenbahn führt sie als Serie 380) ist in sechs Ländern der Europäischen Union zur Zulassung angemeldet. Sie wurde für den Transport von Passagierzügen – insbesondere auf Korridorstrecken in Zentraleuropa – entworfen. Dies umfasst die Tschechische Republik und die benachbarten Länder Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei und Ungarn. Die Lokomotive soll auftragsgemäß eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreichen, weshalb sie als Hochgeschwindigkeitsmaschine klassifiziert wurde. Um eine Betriebsgenehmigung zu erhalten war deshalb ein Konformitätszertifikat mit den technischen Spezifikationen für die Interfunktionsfähigkeit des europäischen Hochgeschwindigkeitseisenbahnsystems, Teilsystem Schienenfahrzeuge (TSH High Speed RST von 2008) erforderlich.

Die Lokomotive war die weltweit zweite, die dieses TSI High Speed RST Zertifikat  erhalten hat. Die Maschine entspricht daher den spezifischen Streckenkonditionen und Elektrifizierungssystemen mit einer Wechselspannung von 24 kV/50 Hz oder 14 kV/16,7 Hz, optional auch mit einer Gleichspannung von 3 kV. Die Emil Zátopek ist eine der leistungsstärksten Lokomotiven der Welt in der Kategorie der Vier-Achsen Lokomotiven. Die maximale Leistung der Lokomotive beträgt ungefähr 7.200 kW auf allen Elektrifizierungssystemen, sofern vom System her möglich.

Die hohe Leistung der Lokomotive wurde mit sogenannten Zugkraft-Tests geprüft, bei welchen z. B. die Zugkraft und die Bremseigenschaften getestet werden. Darüber hinaus wurden Tests zur Ermittlung von Energieeigenschaften sowie Anfahr- und Beschleunigungstests  durchgeführt. All diese Tests überprüfen die Fähigkeit des Fahrzeuges, eine hohe Leistung erreichen zu können. Diese Überprüfungen können in kurzfristige Tests (z. B. Anfahr- und Beschleunigungstests) und langfristige Tests (z. B. einen Heizungstest der Hauptkomponenten der elektrischen Ausstattung) unterteilt werden.Mit Blick auf das vor Emil Zatopek

Der Großteil der Tests in der Tschechischen Republik wurde auf der Eisenbahnstrecke in Velim durchgeführt, da die diese Strecke einen Betrieb mit bis zu 200 km/h zulässt. Der Test zur Überprüfung der maximalen Betriebsgeschwindigkeit, bei dem geprüft wird, ob die Lokomative die angemessene Restbeschleunigung für eine bestimmte Ladung (Eine Vollbesetzung mit Passagieren entspricht 450 Tonnen Gewicht) bei maximaler Betriebsgeschwindigkeit aufweist, wurde hier ebenso erfolgreich abgelegt. Das beddeutet, dass die Lokomotive auch im Zugverband bei maximaler Geschwindigkeit noch beschleunigen kann. Fahrtechnische Tests werden eingesetzt, um die Fahrsicherheit mit Blick auf das dynamische Verhalten der Lokomotive zu überprüfen. Hierbei werden höhere Geschwindigkeiten als die maximale Betriebsgeschwindigkeit verwendet - in diesem Fall wurde bei Fahrten in Deutschland eine Beschleunigung auf bis zu 225 km/h erreicht.

Die Aerodynamik-Tests und Lärmmessungen waren – vom organisatorischen Standpunkt aus – die anspruchsvollsten. Dabei musste die Arbeit einer Vielzahl von Unternehmen und Personen, nicht nur von Škoda Transportation, sondern auch von den Tschechischen Bahnen, dem Forschungsinstitut für Schienenfahrzeuge (VÚKV), dem Eisenbahnforschungsinstitut und der Forschungs- und Testanstalt der Luftfahrt koordiniert werden. Im Bereich der Aerodynamik mussten auch dabei verschiedene Wetterlagen berücksichtigt und die Arbeiten anhand der Wettervorhersage koordiniert werden. Für die  jeweiligen Tests mussten beispielsweise windstille Wetterbedingungen abgewartet werden. Auf Basis der Erfahrungen des VUKV wurden der späte Nachmittag und der frühe Morgen als am besten geeignete Testzeiten gewählt. Die Ergebnisse der Tests wurden in Folge bei der Entwicklung der Lokomotivenkarosserie berücksichtigt, um so aerodynamisch verursachten Lärm und den Widerstand bei hohen Betriebsgeschwindigkeiten zu minimieren.

Nach Durchführung der Tests in der Tschechischen Republik folgten Überprüfungen in den jeweiligen Ländern, in denen die Lokomotive eingesetzt werden soll. Vom organisatorischen Standpunkt aus handelt es sich um komplexe und aufwendige Verfahren. So muss beispielsweise ein Transportunternehmen mit Lizenz im jeweiligen Land gefunden werden, gleichzeitig muss das gesamte lokale administrative Verfahren bewältigt werden. Die deutsche Sicherheitsbehörde verlangt etwa, dass bei der Ergänzung von Texten in den Fahreranzeigen umfangreiche Sicherheitsanalysen und wiederholte, zeit- und kostenintensive Tests durchgeführt werden müssen. Zudem unterscheidet sich die Infrastruktur jedes Landes in verschiedenen Details. Die Zulassungstest an sich sind in den meisten Ländern aber vergleichbar, nur in Österreich werden zusätzlich Fahrtests am Semmering in den Alpen durchgeführt.

Emil Zatopek Lokomotive für Slowakische Eisenbahn

In den ersten Wochen der Probeläufe ohne Passagiere wurde die Lokomotive hauptsächlich auf der Strecke  Pilzen - Beroun - Prag eingesetzt. Darauf folgte der Probebetrieb mit Passagieren, wobei bei den ersten Fahrten durchaus ungünstige Wetterbedingungen herrschten, bei minus 20 Grad Außentemperatur, Schnee und Schneeverwehungen. Trotz dieser extremen Bedingungen hat die Lokomotive ihren Probebetrieb erfolgreich überstanden.

Zusätzlich ist es ­– dank des elektronischen Systems Data Rail – möglich, individuelle Parameter und Fahrmängel während des gewöhnlichen Betriebs online zu überwachen. Mithilfe einer speziellen Einrichtung werden die Daten auf der übergeordneten Lokomotivsteuerung auf einen besonderen Server übertragen und dort gespeichert. Mittels einer Remote-Verbindung können Fachkräfte von  Škoda Transportation auf die Lokomotive zugreifen und diese in Echtzeit überprüfen. Die Ergebnisse werden laufend ausgewertet und stellen ein umfassendes Service sicher. Im Falle des Auftretens von Problemem können diese also direkt mit dem Lokführer gelöst werden.

Škoda Transportation legt besonderen Wert auf maximale Sicherheit. Die neue Lokomotive erfüllt dabei die strengsten Sicherheitsbestimmungen der geltenden Vorschriften. Dem entspricht auch die Konstruktion der neuen Lokomotive, so wurden beispielsweise beim Führerstand Knautschzonen eingebaut, die im Fall eines Aufpralls einen Großteil der Energie absorbieren. In ähnlicher Weise wurde auch der Schienenräumer entworfen. Dieser besteht zu einem großen Teil aus Deformationselementen, die einfach auseinandergebaut und ersetzt werden können.Verwalten Führerhaus -Lokomotiven Emil Zatopek

Bei Simulationen müssen die Lokomotiven vier verschiedenen Kollisionsszenarien widerstehen können. Die ersten zwei Szenarien sind Kollisionen gegen Luftkissen bei einer Geschwindigkeit von 36 km/h, mit dem gleichen Zugverband und einem Güterwaggon mit 80 Tonnen Gewicht. Im Fall einer extremen Kollision mit einem Hindernis, ähnlich einem Güterwaggon mit 15 Tonnen Gewicht bei 110 km/h, verbleibt der Raum um den Fahrer unbeschädigt und ohne Deformierungen. Im Falle einer Kollision mit einem leichteren HIndernis (z. B. einem Auto), darf die Lokomotive nur minimalen Schaden erleiden. Die Frontscheibe muss in der Lage sein, einen Aufprall eines 1 Kg schweren Aluminiumprojektils, abgeschossen aus einer Distanz von 10 m, mit einer Geschwindigkeit von 400 km/h, zu überstehen. Dank ihrer Widerstandsfähigkeit ist es vergleichsweise einfach die Lokomotive zu reparieren.

Das TSI Zertifikat bestätigt auch, dass die Lokomotive Emil Zátopek eine der ersten Maschinen ist, welche die neuesten Anforderungen und Regulierungen der europäischen Union einhält, vor allem hinsichtlich der Betriebssicherheit. Im Rahmen der Tests hat die Lokomotive auch erfolgreich die Brandschutz-Überprüfung bestanden, in der Maschine sind Feuersensoren und aktive Feuerlöscher installiert. So hat der Teil zwischen Führerhaus und Maschinenraum beispielsweise fünfzehn Minuten Feuer überstanden.

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